Feminines Yoga

Wenn wir die Abstammung der heute populären Yoga-Richtungen anschauen, realisieren wir rasch, dass die meisten aktuellen Praxen von Männern abstammen. Dies beeinflusst, wie wir Yoga praktizieren, verstehen und unterrichten. Auch wenn sich dies vielleicht komisch anhört, da du höchstwahrscheinlich mehrheitlich andere Frauen kennst, welche Yoga praktizieren und weniger oft Männer.


Feminin ist jedoch ein Begriff der nicht nur auf Frauen zutrifft. In den östlichen Philosophien wohnt in allem ein femininer und ein maskuliner Teil. Yin und Yang, Ida und Pingala. Alle Männer haben feminine Qualitäten und alle Frauen maskuline. Wichtig ist es, beide in einer Balance zu halten. Ich bin wie viele der Meinung, dass unsere Gesellschaft sich aktuell in einer Dysbalance befindet und die maskulinen Qualitäten als positiver und wichtiger gewertet werden. So auch oft in unserer Yoga-Praxis. Ein femininerer Ansatz im Leben und auch in unserer Praxis hilft uns, uns mehr mit uns zu verbinden, uns weich und fliessend zu verhalten, uns hinzugeben.



Jede Yoga-Praxis kann so zu einer feminineren Praxis werden. Dies, indem du mehr auf deine Intuition hörst und deine Praxis weich und fliessend werden lässt. Indem du dich immer wieder mit deinem Schossraum und deiner Körpermitte verbindest. Sei dies kräftigend, oder liebevoll wahrnehmend. Indem du Pausen oder Bewegungen zulässt, wenn du sie als richtig empfindest. Indem du dich achtest, in welcher Zyklusphase du dich aktuell befindest. Sei dies dein menstrualer Zyklus oder dein Lebenszyklus. Indem du dich als sinnliches Wesen wahrnimmst und du diese Sinnlichkeit in deine Praxis integrierst.